Buchführungspflicht, Offenposten-Buchhaltung, Treuhand Thun


Treuhand Thun - unser Treuhandbüro hat ein mobiler Treuhandservice in Thun. Da wir kein Büro in Thun bewirtschaften sollen, können wir Ihnen einen viel günstigeren Preis anbieten.

Buchführungspflicht

Buchführungspflichtig sind prinzipiell alle Unternehmen, die sich ins Handelsregister eintragen lassen müssen. Kollektivgesellschaft, GmbH und AG unterliegen grundsätzlich der Buchführungspflicht. Einzelfirmen haben ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000.– Buch zu führen. (vgl. Blog-Beitrag zum Thema Buchführungspflicht)
Es stellt sich die Frage, über was alles Buch geführt werden muss. Zunächst muss der Buchführungspflichtige die laufenden Geschäftsvorfälle in den sogenannten „Geschäftsbüchern“ erfassen. Das Gesetz verlangt, dass

Geschäftsfälle und Sachverhalte vollständig, wahrheitstreu und systematisch erfasst werden
die Buchführung nach Art und Grösse des Unternehmens zweckmässig ist
die Belege für einzelne Buchungsvorgänge aufbewahrt werden
die Buchführung nachvollziehbar ist

Es besteht die Pflicht der doppelten Buchführung, d.h. der Erstellung von
1. Bilanz und
2. Erfolgsrechnung (Betriebsrechnung)

Offenposten-Buchhaltung

Kleinere Unternehmen bedienen sich im Kreditverkehr mit ihren Kunden und Lieferanten häufig dem System der Offenposten-Buchhaltung, d.h. es werden für diese Geschäftspartner keine persönlichen Debitoren- oder Kreditoren-Einzelkonten geführt.
Sowohl für den Kunden als auch den Lieferanten werden anstelle von Debitoren- und Kreditoren-Einzelkonten je zwei Ordner geführt:

1. Ordner für offene Rechnungen

Im ersten Ordner werden alle unbezahlten Kunden- und Lieferantenrechnungen abgelegt. Ein- und Ausgangsfakturen werden nur im Ordner abgelegt, d.h. nicht verbucht. Gutschriften für Rücksendungen, Rabatte und Skonti werden auf den Rechnungen in Abzug gebracht. Bei Zahlung des Kunden oder Lieferanten wird die entsprechende Rechnung aus dem Ordner genommen, als bezahlt gekennzeichnet und in den Ordner für bezahlte Rechnungen abgelegt (vgl. unten 2.). Das Debitoren- und das Kreditorenkonto sind dabei ruhende Konten, d.h. es wird bis zum Jahresabschluss nichts über diese Konten verbucht. Im Rahmen der Inventur am Jahresende werden die offenen Rechnungen addiert, woraus die Bestände Debitoren und Kreditoren für die Schlussbilanz resultieren. Bestandesänderungen bei den offenen Rechnungen im Vergleich zum Jahresanfang müssen folgendermassen verbucht werden:

-Bestandeszunahme: Debitoren/Warenertrag bzw. Warenaufwand/Kreditoren
-Bestandesabnahme: Warenertrag/Debitoren bzw. Kreditoren/Warenaufwand

2. Ordner für bezahlte Rechnungen

Die bezahlten Rechnungen werden in diesem Ordner abgelegt. Der Verkauf oder Einkauf wird bei der Zahlung wie ein Bargeschäft verbucht:

-Wareneinkauf: Warenaufwand/Liquide Mittel
-Warenverkauf: Liquide Mittel/Warenertrag

Anmerkung:

Normalerweise wird das System der Offenposten-Buchhaltung von Kleinunternehmen gewählt, die den Wareneinkauf als Warenaufwand verbuchen. Der Warenvorrat wird dabei als ruhendes Konto geführt. Die Ausführungen in diesem Blog-Eintrag gehen von der Annahme aus, dass die Wareneinkäufe als Warenaufwand verbucht werden.

Treuhand Thun

Treuhand Thun